Sisi im Film

Schicksalsjahre mit einer Kaiserin

 

Über die Autorin
Ich wurde 1978 in Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur arbeitete ich zuerst für einige Monate im Lebensmittelgroßhandel, bis ich dann in Düsseldorf und später in Wuppertal Anglistik und Geschichte auf Lehramt studierte.
Bereits als Schülerin hatte ich in einem freien Düsseldorfer Theater ein Praktikum gemacht und war dort nach dessen Ablauf irgendwie als „Mädchen für alles“ hängengeblieben, so war es für mich als Studentin nichts besonderes, in einem großen Kino anzuheuern. Aus dem anfänglichen Ferienjob wurden dann letztlich fast 13 Jahre, in denen ich auch einiges über die Filmbranche gelernt habe. (Zwar nicht aus der glamourösen und aufregenden Perspektive der Filmstars oder Filmemacher, sondern eher aus der Sicht einer Kartenverkäuferin und Platzanweiserin, die mitunter eine recht klebrige und dreckige ist. Seither habe ich eine Popcornallergie. :-) )
Neben Studium und Kino war ich als Lehrkraft mehrere Jahre für verschiedene Nachhilfeinstitute tätig. Seit 2007 arbeite ich in einer Praxis für integrative Lerntherapie in der Nähe von Düsseldorf. 2011 habe ich meine Ausbildung zur Lerntherapeutin mit Diplom abgeschlossen und befinde mich seit 2012 in einer Ausbildung zur Psychotherapeutin (HPG). Wenn ich nicht mit lernbehinderten Kindern und Jugendlichen zwischen 6-18 Jahren arbeite, übernehme ich Korrekturen und Übersetzungsaufträge und lege auch mit wachsender Begeisterung die Tarot- und Lenormandkarten.

 

Die Kaiserin und ich
Den ersten Kontakt mit der Kaiserin hatte ich wie wahrscheinlich fast jeder über die „Sissi“-Filme, die ich zum ersten Mal im Alter von etwa zehn Jahren im Fernsehen sah. Als ich 1992 dann in einem Plattenladen durch die Musicalabteilung stöberte -ich war damals und bin auch heute noch ein großer Musicalfan- stieß ich auf die neueste Veröffentlichung der Vereinigten Bühnen Wien. Es handelte sich um das Musical „Elisabeth“ und die damals eher auf „gut Glück“ gekaufte Musikkassette war der Beginn einer Liebe, die bis heute anhält. Die Musik und die so vollkommen anders als in den „Sissi“-Filmen erzählte Geschichte schlugen mich sofort in ihren Bann.


Der Beginn einer großen Liebe


Um mehr über das Musical und seine Handlung zu erfahren, begann ich dann auch ziemlich schnell, mich mit Literatur über die historische Kaiserin und ihre Zeit zu versorgen. Lieh ich mir anfangs die benötigten Bücher lediglich in der Stadtbücherei aus, so fing ich bald damit an, mir eine eigene Bibliothek zum Thema Elisabeth von Österreich zuzulegen. (Ein seltsames Hobby für einen Teenager, ich weiß...) Trödelmärkte und Antiquariate und später dann auch das Internet wurden und werden seither regelmäßig von mir durchforstet, um neues und vor allem auch altes Material für meine stetig wachsende Sammlung zu besorgen. Inzwischen umfasst sie über 200 Titel in mehreren Sprachen. Standardwerke über die Kaiserin wie etwa die Biographien von Brigitte Hamann und Egon Caesar Conte Corti sind ebenso vorhanden, wie kitschige Romane, Bildbände, Bücher zu Sonderthemen wie der Reiselust der Kaiserin, aber auch etwas schrägere Veröffentlichungen wie etwa Comics und sogar ein japanischer Bildband über die dortige Produktion des Musicals „Elisabeth“ gehören dazu. Hinzu kommen dann noch unzählige kleinere Publikationen wie etwa Führer durch kaiserliche Schlossanlagen, Zeitschriften oder Theater- und Filmprogramme. Vor allem über die Filmprogramme kam ich dazu, mich auch mit den verschiedenen Filmen selber auseinander zu setzen und so wurden auch diese, sofern das möglich war, Teil meiner Sammlung. Einige Filme und Bücher flogen mir nur so zu, andere kamen eher über Umwege zu mir und bei einigen kam es beinahe einem kleinen Wunder gleich, sie zu finden.

Ein Fazit
Ich würde mich nicht unbedingt als „Fan“ der Kaiserin beschreiben. Fans bewundern alles, was ihr Idol macht und heben dieses dadurch leicht auf ein Podest. Das tue ich sicherlich nicht, ich betrachte mich da eher als Forscherin, die sich einen kritischen Blickwinkel erhalten hat. Betrachtet man das Leben dieser Frau nur durch die „Sissi“-Brille, so verliert man den Blick auf das durchaus nicht einfache Innenleben dieser Frau und versperrt sich zudem die Sicht auf eine ganze Epoche.
Was bleibt also von meinem Leben mit der Kaiserin außer einem Haufen Papier und Datenschrott? Fakt ist, dass sich aus dem harmlosen Erwerb einer Musikkassette eine Liebe fürs Leben entwickelt hat. Es ist keine unkritische Liebe, wäre dies der Fall, dann würde ich den ganzen Tag in einem Paralleluniversum in der alten Donaumonarchie leben und den Kaiserwalzer hören.
Dem ist nicht so. Ich habe meine Sammlung einst mit dem Anspruch begonnen, mehr über das Leben einer Frau zu erfahren, das mich allein durch seine Interpretation in einem Musical faszinierte. Doch je mehr ich über sie las, desto wichtiger wurde es, sich zu orientieren, die einzelnen Werke nicht nur vor dem historischen Hintergrund, vor dem sie spielten, sondern mitunter auch vor dem sie geschrieben worden waren, zu analysieren. Jeder Autor zeichnet in gewisser Hinsicht ein eigenes Bild von der Kaiserin, nicht nur aufgrund der Quellenlage, die ihm vorliegt, oder der Fragestellung, unter der er sein Werk verfasst, sondern auch aufgrund seiner eigenen Sozialisation und Wertanschauung. Jeder Autor – gleich ob Historiker, Schriftsteller oder Augenzeuge – ist immer auch ein Kind seiner Zeit und so ist auch Elisabeth von Österreich mal die „Kaiserin mit der Dornenkrone“, die „Unpolitische“, die „Kunstfigur“, die „Kaiserin wider Willen“ oder halt doch die süße, verkitschte „Sissi“ aus den Filmen mit Romy Schneider. Sie ist gleichzeitig ein Vorbild für die moderne Frauenbewegung wie auch eine Stilikone und Kaiserin der Herzen. Möwe an der Hofburg und Kaiserin hinter der Meute. Mater Dolorosa und anarchistische, rebellische Kaiserin. Es ist eine widersprüchliche Frau, auf die man in all den Büchern trifft, eine, die sich nicht wirklich in irgendeine Schublade pressen lässt und gerade das macht sie so interessant auch für heutige Historiker und Filmemacher.
Persönlich muss ich sagen, dass ich viel gelernt habe. Nicht nur über die Biographie der Kaiserin, sondern darüber hinaus noch über die Geschichte der Habsburgermonarchie und den Einfluss, den sie über Jahrhunderte über Europa hatte. Als Rheinländerin, deren Geschichtsunterricht sich auf Frankreich und Preußen (und die Nazis) beschränkte, kann ich nur ausrufen: „Ich hatte ja keine Ahnung!“ Und doch erweist sich dieses Wissen gerade als Europäerin als sehr hilfreich und wertvoll. Auf den Spuren der Kaiserin habe ich immer wieder auch viel über Europa gelernt und so manche historischen Zusammenhänge wurden mir klarer.Und wenn nicht, dann weiß ich zumindest, in welchem Buch ich es nachschlagen kann.
Ich habe Orte besucht, in die ich mich sofort verliebt habe, ich habe Menschen getroffen, denen ich sonst nie begegnet wäre und ich konnte Geschichten mitbringen, die ich immer wieder gerne erzähle. Schon allein das war's wert.
                                                  


... und immer schön "ooooommm" bleiben!

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